Tepache schmeckt nach Essig? Ursachen & Trinkbarkeit erklärt

· von Amara Nkosi · 4 Min. Lesezeit

Tepache schmeckt nach Essig? Ursachen & Trinkbarkeit erklärt

Wenn Ihr Tepache schon nach drei Tagen scharf nach Essig riecht und schmeckt, steckt meist eine zu warme Küche, eine zu lange Standzeit oder einfach zu viele Essigsäurebakterien dahinter. Die gute Nachricht vorweg: Gesundheitsschädlich ist das in den seltensten Fällen. Nur mit dem Tepache-Geschmack, den Sie eigentlich wollten, hat das Ergebnis dann nicht mehr viel zu tun. Im Folgenden zeige ich Ihnen, woran das liegt, wie Sie checken, ob Ihr Ansatz noch genießbar ist, und was Sie beim nächsten Mal anders machen sollten.

Warum wird Tepache sauer wie Essig?

Tepache ist ein mexikanisches Fermentgetränk aus Ananasschalen, Zucker und Wasser. Die wilden Hefen, die sich auf der Schale tummeln, wandeln den Zucker in Alkohol um. Im Idealfall bleibt das Ergebnis mild-süß, ein bisschen spritzig, fruchtig eben. Kippt der Prozess trotzdem Richtung Essig, sind meist diese vier Dinge schuld:

1. Essigsäurebakterien haben die Oberhand gewonnen

Auf Ananasschalen sitzen nicht nur Hefen, sondern auch Essigsäurebakterien, sogenannte Acetobacter. Sobald der erste Alkohol entstanden ist, machen sich diese Bakterien bei Sauerstoffkontakt sofort daran, ihn in Essigsäure umzuwandeln. Je länger das Glas offen steht, desto mehr Zeit bleibt ihnen dafür, und desto essigsaurer wird das Ergebnis.

2. Zu hohe Umgebungstemperatur

Ab etwa 28 bis 30 °C läuft die Fermentation deutlich schneller ab als gedacht. Was bei Zimmertemperatur normalerweise zwei bis drei Tage braucht, kann im Hochsommer oder direkt neben der Heizung schon nach 24 bis 36 Stunden kippen und sofort in die Essigphase rutschen.

3. Zu viel Sauerstoffzufuhr

Essigsäurebakterien sind auf Sauerstoff angewiesen, um überhaupt aktiv zu werden. Ein lose aufliegendes Tuch mag in Ordnung sein, ein zu großer Luftraum im Glas oder ständiges Umrühren dagegen füttert genau diese Bakterien und beschleunigt die Essigbildung spürbar.

4. Zu lange Gärzeit

Die meisten klassischen Rezepte geben 24 bis 72 Stunden bei Zimmertemperatur vor, mehr nicht. Lassen Sie den Ansatz länger stehen, vor allem ohne ihn zu kühlen, kippt das Aroma fast immer von fruchtig-süß zu stechend-sauer. Ein Tag zu viel kann hier schon den Unterschied machen.

Ist essigsaures Tepache noch trinkbar?

Kurz gesagt: Ein essigartiger Geschmack heißt noch lange nicht, dass das Getränk gefährlich ist. Essigsäure ist ein ganz natürliches Konservierungsmittel, auf genau diesem Prinzip basieren auch Kombucha, Sauerkraut oder selbstgemachter Apfelessig. Trotzdem lohnt sich vor dem ersten Schluck ein kurzer Check:

Wenn Geruch und Optik unauffällig bleiben, können Sie essigsaures Tepache in der Regel bedenkenlos trinken. Es schmeckt nur eben nicht mehr wie das klassische Tepache, sondern eher wie ein fruchtiger Essig-Drink, fast schon eine Art Shrub.

Was können Sie mit verdorbenem Tepache noch tun?

Bevor Sie den ganzen Ansatz wegschütten: Stark saures Tepache lässt sich meistens noch gut weiterverwenden.

So vermeiden Sie es beim nächsten Mal

Fazit

Tepache, das nach drei Tagen wie Essig schmeckt, ist meistens kein Drama, sondern schlicht ein Fermentationsprozess, der ein paar Stunden zu weit gelaufen ist. Solange Geruch und Aussehen in Ordnung sind, können Sie es ohne Bedenken trinken oder kreativ in der Küche weiterverwerten. Wer das süß-spritzige Originalaroma bewahren will, behält Temperatur, Gärzeit und Sauerstoffzufuhr im Blick und stoppt den Prozess rechtzeitig, idealerweise bevor die Bakterien die Oberhand gewinnen.

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